Pfanne auf einem Herd mit der Überschrift "Rauchpunkte und Hitzestabilität von Öl"

Wenn Öl raucht beim Erhitzen: Warum es beim Dünsten, Braten und Frittieren auf das richtige Öl ankommt

Geht die Rauchentwicklung beim Braten vom Öl selbst aus – und nicht etwa von verbrannten Resten der Panade, von Gewürzen oder anderem Bratgut –, hat das Öl seinen Rauchpunkt erreicht und ist zu heiß geworden. Geschmack und Zusammensetzung können sich allerdings auch bereits vor der sichtbaren Rauchentwicklung verändern. Wird ein Öl stärker oder länger erhitzt, als es seine Eigenschaften zulassen, können zudem unerwünschte Abbauprodukte entstehen.

In der Küche wird Öl ganz unterschiedlich beansprucht - vom kalten Verfeinern bis hin zum heißen Frittieren. Nicht jedes Öl eignet sich gleichermaßen zum Erwärmen, Dünsten, Braten oder Frittieren. 

Bei der Auswahl helfen vor allem zwei Eigenschaften: der Rauchpunkt (Wann beginnt ein Öl sichtbar zu rauchen?) als greifbarer Orientierungswert und die Oxidationsstabilität (Wie schnell verändert sich das Öl bereits vorher durch Wärme und Sauerstoff?). Wie sie zusammenwirken, warum Öle unterschiedlich auf Hitze reagieren und welches Öl zu welcher Zubereitung passt, erfährst du im Folgenden.

Du willst direkt wissen, worin sich Erwärmen, Dünsten, Braten und Frittieren unterscheiden und welches Öl jeweils dazu passt? Spring direkt zu unserer kompakten Tabelle mit Hitzebelastung und konkreten Ölempfehlungen im Abschnitt "Welches Öl für welche Zubereitungsart? Erwärmen, Dünsten, Braten und Frittieren im Vergleich".

Warum raucht Öl beim Erhitzen? Der Rauchpunkt einfach erklärt

Der sichtbare Rauch entsteht, wenn flüchtige Bestandteile und Zersetzungsprodukte aus dem erhitzten Öl austreten. Die Temperatur, bei der diese Rauchentwicklung einsetzt, wird als Rauchpunkt bezeichnet. Beginnt das Öl selbst zu rauchen, zeigt sich, dass es für die bei dieser Verwendung erreichte Temperatur nicht geeignet ist.

Solange kein Rauch aufsteigt, ist beim Öl nicht automatisch alles im grünen Bereich. Je nach Zusammensetzung können Wärme und Sauerstoff bereits deutlich unterhalb des Rauchpunkts Veränderungen auslösen – besonders bei langer oder wiederholter Erhitzung. Der sichtbare Rauch über Pfanne oder Topf ist deshalb kein erstes Anzeichen, sondern ein spätes und unübersehbares Warnsignal: Geschmack und Geruch können sich dann bereits verändert haben und vermehrt unerwünschte Abbauprodukte entstehen. Darauf zu warten, dass das Öl raucht, ist daher keine geeignete Temperaturkontrolle.

Faustregel: Beim Rauchpunkt lieber Abstand halten. Die Zubereitungstemperatur sollte deutlich darunterbleiben. 

Du suchst vor allem konkrete Werte? Spring direkt zu unserer Öl-Rauchpunkt-Tabelle mit den wichtigsten Speiseölen und ihren Rauchpunkten im Überblick.

Wovon hängen Rauchpunkt und Hitzestabilität eines Öls ab?

Wie viel Hitze ein Öl verträgt, lässt sich nicht allein an seiner Pflanzenart ablesen. Zusammensetzung, Verarbeitung und aktueller Zustand bestimmen gemeinsam, wann es zu rauchen beginnt und wie schnell es sich bereits vorher verändert. Schauen wir uns die einzelnen Einflussfaktoren genauer an.

freie Fettsäuren und flüchtige Bestandteile

Der überwiegende Teil der Fettsäuren ist in den Fettmolekülen des Öls gebunden. Freie Fettsäuren liegen dagegen ungebunden vor und können bereits bei niedrigeren Temperaturen zum sichtbaren Rauch beitragen. Je mehr freie Fettsäuren und leicht flüchtige Bestandteile ein Öl enthält, desto früher kann es seinen Rauchpunkt erreichen.

Freie Fettsäuren sind dabei nicht mit ungesättigten Fettsäuren gleichzusetzen: Eine freie Fettsäure kann sowohl gesättigt als auch ungesättigt sein.

nativ oder raffiniert: So beeinflusst die Herstellung den Rauchpunkt

Bei der Raffination werden unter anderem freie Fettsäuren und flüchtige Bestandteile reduziert. Raffinierte Öle haben deshalb meist einen höheren Rauchpunkt als native Öle aus demselben Rohstoff.

Das zeigt sich beispielsweise bei Rapsöl: Für kaltgepresstes Rapsöl werden je nach Qualität Rauchpunkte von etwa 130 bis 190 °C angegeben, für raffiniertes Rapsöl etwa 220 °C. Die Werte sind keine festen Produktangaben, verdeutlichen aber, welchen Einfluss die Verarbeitung haben kann (Quelle: KErn Bayern: „Bayerische pflanzliche Speiseöle“, abgerufen am 02.08.2026)

Fettsäurespektrum und Oxidationsstabilität

Nicht jede wichtige Veränderung lässt sich als Rauch erkennen. Wärme und Sauerstoff können die Zusammensetzung eines Öls bereits deutlich unterhalb seines Rauchpunkts verändern. Wie widerstandsfähig es gegenüber diesen zunächst unsichtbaren Reaktionen ist, beschreibt die Oxidationsstabilität. Dadurch können freie Fettsäuren und flüchtige Abbauprodukte zunehmen, die bereits bei niedrigeren Temperaturen zum Rauch beitragen. Der Rauchpunkt eines Öls kann deshalb mit der Zeit sinken. 

Eine wichtige Rolle spielt das Fettsäurespektrum. Es beschreibt, zu welchen Anteilen ein Öl gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren besitzen mehrere Stellen, an denen Sauerstoff angreifen kann. Öle mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren können daher leichter mit Sauerstoff reagieren und sich verändern, sie gelten damit meist als oxidationsempfindlicher als Öle mit vielen einfach ungesättigten oder gesättigten Fettsäuren.

Der Rauchpunkt folgt jedoch nicht der einfachen Regel „mehr gesättigte Fettsäuren gleich höherer Rauchpunkt“. Das Fettsäurespektrum beeinflusst vor allem, wie schnell sich das Öl bereits vor der sichtbaren Rauchentwicklung verändert. Natürliche antioxidative Begleitstoffe können diese Reaktionen verlangsamen. 

Apropos Fettsäuren: Schau gerne auch in unseren Beitrag „Die Fettfrage – die Wahl des richtigen Fettes“, in dem wir verschiedene Fette und Öle für die Küche einordnen.

der Zustand des Öls: Lagerung und vorherige Erhitzung

Wie hitzestabil ein Öl aktuell ist, hängt auch davon ab, was zuvor mit ihm passiert ist. Licht, Wärme und Sauerstoff fördern Veränderungen während der Lagerung. Bei langer oder wiederholter Erhitzung kommen weitere Abbauprozesse hinzu. Dadurch können freie Fettsäuren und andere Abbauprodukte zunehmen. 

Ein älteres, ungünstig gelagertes oder bereits mehrfach erhitztes Öl kann deshalb früher rauchen als ein frisches Öl derselben Sorte.

Kurz zusammengefasst:

Freie Fettsäuren, flüchtige Bestandteile und die Verarbeitung beeinflussen vor allem, wann das Öl sichtbar raucht.

Das Fettsäurespektrum beeinflusst vor allem, wie schnell es sich schon vorher unsichtbar verändert.

Lagerung und vorherige Erhitzung bestimmen mit, in welchem Zustand sich das Öl bei der nächsten Verwendung befindet.

Rauchpunkt-Tabelle für Öl: Die wichtigsten Speiseöle im Überblick

Wie hoch der Rauchpunkt eines Speiseöls liegt, hängt unter anderem von seiner Verarbeitung und seinem aktuellen Zustand ab. Die folgende Öl-Rauchpunkt-Tabelle zeigt daher typische Orientierungswerte – entscheidend bleiben die Verwendungshinweise auf dem jeweiligen Produkt.


 nativ raffiniert
Avocadoöl ca. 230 - 260 °C ca. 250 - 270 °C
Olivenöl ca. 130 - 210 °C ca. 220 - 240 °C
Kokosöl ca. 170 - 205 °C ca. 200 - 230 °C
Sonnenblumenöl ca. 107 °C ca. 225 - 245 °C
Rapsöl ca. 130 - 190 °C ca. 220 - 240 °C
Erdnussöl ca. 160 - 170 °C ca. 230 °C
Leinöl* ca. 107 °C -

*Leinöl hat einen Rauchpunkt von etwa 107 °C. Aufgrund seines hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wird es vorzugsweise kalt verwendet. Es eignet sich nicht zum Anbraten oder Frittieren. 

Hinweis: Die angegebenen Rauchpunkte dienen lediglich als Richtwerte. Je nach Ölsorte, Herstellungsverfahren, Qualität und Lagerung können die tatsächlichen Werte variieren.

Hoher Rauchpunkt: Macht das ein Öl automatisch besser?

Nein. Die Rauchpunkt-Tabelle ist keine Rangliste der besten Öle. Ein hoher Wert zeigt lediglich, dass ein Öl erst bei vergleichsweise hoher Temperatur sichtbar raucht – nicht, dass es sich bis dahin nicht verändert.

Wir erinnern uns: Wie widerstandsfähig ein Öl gegenüber Wärme und Sauerstoff ist, beschreibt seine Oxidationsstabilität. Dabei spielt das Fettsäurespektrum eine wichtige Rolle: Je höher der Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren, desto leichter kann das Öl mit Sauerstoff reagieren und sich verändern. Daneben wirken unter anderem natürliche antioxidative Begleitstoffe, Verarbeitung und Erhitzungsdauer auf seine Stabilität ein.

Deshalb kann natives Olivenöl trotz eines niedrigeren Rauchpunkts bei längerer Erhitzung oxidativ stabiler sein als klassisches, linolsäurereiches Sonnenblumenöl. Ein hoher Rauchpunkt ist beim scharfen Anbraten oder Frittieren zwar ein Vorteil, macht ein Öl aber nicht automatisch zur besten Wahl. Entscheidend ist, dass seine Eigenschaften und die ausgewiesene Verwendung zum jeweiligen Einsatz passen.

Welches Öl für welche Zubereitungsart? Erwärmen, Dünsten, Braten und Frittieren im Vergleich

Wie stark ein Öl beansprucht wird, hängt sowohl von der erreichten Temperatur als auch von der Dauer der Erhitzung ab. Sanftes Erwärmen oder Dünsten stellt daher andere Anforderungen an ein Öl als Braten, scharfes Anbraten oder Frittieren. Die folgende Tabelle zeigt, was die einzelnen Zubereitungsarten bedeuten, wie stark das Öl dabei beansprucht wird und welche Öle beispielsweise infrage kommen.


Definition  Temperatur und Beanspruchung des Öls Welche Öle eignen sich?
Welches Öl zum Erwärmen? Beim Erwärmen wird das Öl gemeinsam mit einer Speise auf Temperatur gebracht oder einer bereits warmen Speise zugegeben. Es findet keine starke Bräunung statt. Niedrige bis moderate Temperatur, meist kurze Dauer. Zum Erwärmen eignen sich beispielsweise natives Olivenöl, Rapsöl und Rapskernöl.

Sehr hitzeempfindliche Öle wie Lein-, Walnuss- oder Hanföl besser erst nach dem Erhitzen und Erreichen einer angenehmen Esstemperatur zugeben.
Was ist Dünsten? Dünsten bedeutet, Lebensmittel mit wenig Fett und wenig Flüssigkeit oder im eigenen Saft zu garen – häufig bei geschlossenem Deckel. Moderate Temperatur, teilweise längere Dauer. Solange ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist, bleibt die Temperatur des Garguts ungefähr im Bereich um 100 °C. Ist die Flüssigkeit verdampft, kann sie deutlich steigen. Zum Dünsten eignen sich natives Olivenöl, Rapsöl und Rapskernöl.
Wichtig: Während des gesamten Garvorgangs muss ausreichend eigene oder zugegebene Flüssigkeit vorhanden bleiben. Verdampft sie vollständig, kann sich das Öl deutlich stärker erhitzen und den für das jeweilige Öl geeigneten Temperaturbereich überschreiten.
Mit welchem Öl kann man braten? Beim Braten liegt das Gargut mit wenig Öl direkt in der heißen Pfanne. Durch die Kontakthitze wird es gegart und an der Oberfläche gebräunt. Mittlere bis hohe Temperatur, kurze bis mittlere Dauer. Die Verbraucherzentrale nennt etwa 130 bis 140 °C als Orientierung für normales Braten. In der Praxis können Pfanne und Öl jedoch heißer werden. Zum Braten eignet sich High-Oleic-Sonnenblumenöl (Bratöl), natives Sesamöl, Erdnussöl, Rapsöl und Rapskernöl.

Natives Olivenöl- oder Rapsöl nur bei moderater Hitze und entsprechend der Produktangaben verwenden.
Welches Öl eignet sich zum Frittieren? Beim Frittieren wird Öl üblicherweise auf etwa 160 bis 170 Grad erhitzt und über längere Zeit auf Temperatur gehalten. Das Gargut wird vollständig von heißem Öl umgeben und darin gegart. Das Öl dient dabei als Wärmeüberträger. Hohe, gleichmäßige Temperatur und längere Belastung. Durch die längere Erhitzung und eine mögliche Wiederverwendung ist neben dem Rauchpunkt die Oxidationsstabilität relevant. Zum Frittieren eignet sich Bratöl, desodoriertes Kokosöl, Avocadoöl und Erdnussöl.
Was bedeutet scharf anbraten? Scharf anbraten bedeutet, die Oberfläche eines Lebensmittels bei hoher Pfannenhitze schnell zu bräunen. Es handelt sich häufig nur um den ersten Zubereitungsschritt; anschließend wird bei geringerer Temperatur weitergegart. Sehr hohe Spitzentemperatur, aber kurze Dauer. Das Öl kann dabei stärker erhitzt werden als beim Frittieren und seinen Rauchpunkt schnell erreichen. Durch die dünne Ölschicht ist außerdem der Kontakt mit Luft vergleichsweise groß. Zum scharfen Anbraten eignet sich desodoriertes KokosölAvocadoöl und Bratöl.
Was ist der Unterschied zwischen Kurzbraten und scharfem Anbraten? Beim Kurzbraten werden kleine, flache oder zarte Lebensmittelstücke in kurzer Zeit vollständig gegart. Anders als das scharfe Anbraten bezeichnet Kurzbraten damit die gesamte Garmethode und nicht nur die anfängliche Bräunung. Hohe Temperatur und kurze Dauer. Die Belastung ähnelt dem scharfen Anbraten, hängt aber von Größe, Dicke und Garzeit des Lebensmittels ab. Geeignet sind dieselben Öle wie zum scharfen Anbraten.
Welches Öl eignet sich zum Backen? Beim Backen wird Öl als Bestandteil eines Teiges, einer Marinade oder eines Belags im Backofen erhitzt. Nicht direkt mit Pfanne und Fritteuse vergleichbar. Die eingestellte Ofentemperatur entspricht nicht automatisch der Temperatur des Öls im Inneren eines wasserhaltigen Lebensmittels. An trockenen Oberflächen können jedoch höhere Temperaturen entstehen. Für süße Teige eignen sich beispielsweise Kokosöl. Für herzhafte Backwaren kann auch desodoriertes Kokosöl oder Bratöl verwendet werden.


Wichtig: Die genannten Öle dienen als Beispiele. Entscheidend sind ihre konkrete Verarbeitung, Zusammensetzung und die Verwendungshinweise des Herstellers. Ein natives, raffiniertes oder aus High-Oleic-Saat gewonnenes Öl derselben Pflanzenart kann sich deutlich in seiner Eignung zum Erhitzen unterscheiden.

Noch unsicher, welches Öl zu deiner Küche passt?

Du möchtest etwas Neues ausprobieren? Unser Rezept „Wok-Gemüse mit nativem Sesamöl“ zeigt dir, wie sich das charakteristische Aroma von Sesamöl in einem Wokgericht einsetzen lässt.

Suchst du eher einen geschmacksneutralen Allrounder, der je nach Produkt zum Erwärmen, Dünsten, Braten und Frittieren geeignet ist? Dann erfährst du in „Braten, Dünsten oder Frittieren ganz ohne Geschmack“ mehr über desodoriertes Kokosöl.

Du schwankst noch zwischen zwei Küchenklassikern? Unser Beitrag „Rapsöl und Sonnenblumenöl zum Braten“ stellt beide Öle gegenüber und hilft dir bei der Auswahl.

Kaltgepresste Öle erhitzen: Welche Öle eignen sich dafür?

Kann man kaltgepresste Öle erhitzen? Ja – einige schon. Die Bezeichnung „kaltgepresst“ beschreibt zunächst nur die Herstellung und sagt nicht automatisch, welche Temperaturen das Öl verträgt. Entscheidend sind die Ölsorte, ihre Zusammensetzung und die Verwendungshinweise des jeweiligen Produkts.

Kaltgepresstes Oliven- oder Rapsöl kann je nach Produkt zum Erwärmen, Dünsten und Braten bei moderater Hitze geeignet sein. Speziell ausgewiesene High-Oleic-Bratöle lassen sich häufig auch stärker erhitzen. Ob sich ein kaltgepresstes Öl zum Braten eignet, lässt sich deshalb nicht allein an seinem Herstellungsverfahren erkennen.

Zu den besonders hitzeempfindlichen kaltgepressten Ölen zählen typischerweise Leinöl, Hanföl und Weizenkeimöl. Sie eignen sich in der Regel nicht zum Braten, scharfen Anbraten oder Frittieren. Am besten kommen sie in Salatdressings und Dips zum Einsatz oder werden erst bei Verzehrtemperatur über bereits zubereitete Speisen gegeben. Ihre Zusammensetzung kann sich nämlich schon unterhalb des Rauchpunkts durch Wärme und Sauerstoff verändern.

Auch Schwarzkümmelöl wird überwiegend kalt verwendet, beispielsweise zum Verfeinern fertiger Speisen oder pur eingenommen. Ob ein konkretes Schwarzkümmelöl sanft erwärmt werden darf, sollte den jeweiligen Produktangaben entnommen werden. Ist es nicht ausdrücklich zum Erhitzen vorgesehen, sollte es nicht zum Braten oder Frittieren verwendet werden.

Kurz gesagt: Kaltgepresste Öle sind nicht grundsätzlich tabu für die warme Küche. Entscheidend ist immer, ob das konkrete Öl für die vorgesehene Temperatur und Zubereitungsart geeignet ist.

Öl richtig erhitzen: Wie erkennt man 160, 170 oder 180 Grad?

Welche Temperatur das Öl beim Erhitzen tatsächlich erreicht - ob 160, 170 oder 180 °C -, lässt sich nicht an einer bestimmten Herd- oder Induktionsstufe ablesen. Die meisten Kochfelder regeln über Leistungsstufen und halten das Öl nicht automatisch auf einer bestimmten Temperatur. Denn wie heiß das Öl tatsächlich wird, hängt außerdem von der Pfanne, der Ölmenge, der Herdleistung und der Erhitzungsdauer ab.

Soll das Öl oder die Pfanne eine bestimmte Temperatur erreichen, lässt sie sich am zuverlässigsten mit einem geeigneten Küchen- oder Fettthermometer kontrollieren. Das gilt besonders beim Frittieren, für das etwa 160 bis 170 °C als Orientierung dienen. 

Öl erhitzen ohne Thermometer - geht das? Ohne Thermometer lässt sich Öl zwar erhitzen, eine konkrete Temperatur jedoch nicht zuverlässig bestimmen. Schimmern oder leichte Bewegungen an der Oberfläche zeigen lediglich, dass das Öl heiß wird. Beginnt es zu rauchen, ist das kein Zeichen für die richtige Gartemperatur, sondern ein Warnsignal: Das Öl ist für die erreichte Temperatur nicht geeignet oder wurde zu lange erhitzt.

Was tun, wenn Öl beim Braten in der Pfanne raucht?

Beginnt das Öl selbst zu rauchen, sollte die Wärmezufuhr sofort ausgeschaltet werden. Sofern sich das Öl nicht entzündet hat, die Pfanne vorsichtig von der heißen Kochstelle nehmen und auf einer hitzebeständigen Fläche vollständig abkühlen lassen. Den Raum lüften und den Rauch möglichst nicht einatmen.

Auch ohne offene Flammen gilt: Die heiße Pfanne und das überhitzte Öl dürfen nicht mit Wasser in Kontakt kommen. Die Pfanne daher keinesfalls direkt unter den Wasserhahn stellen oder mit einem nassen Tuch auswischen. Wasser verdampft im heißen Öl schlagartig und kann es heftig aus der Pfanne schleudern – es besteht Verbrennungsgefahr. Auch das noch heiße Öl nicht in den Ausguss oder Abfall schütten. Erst wenn Pfanne und Öl vollständig abgekühlt sind, können sie sicher gereinigt beziehungsweise entsorgt werden.

Hat das Öl stark geraucht oder riecht es beißend beziehungsweise verbrannt, sollte es nicht weiter zum Braten oder Frittieren verwendet werden.

Entzündet sich das Öl, die Pfanne nicht herumtragen und niemals Wasser hineingießen. Wenn es gefahrlos möglich ist, die Energiezufuhr ausschalten und die Flammen mit einem passenden Deckel ersticken. Lässt sich das Feuer nicht sofort kontrollieren, den Raum verlassen, die Tür schließen und die Feuerwehr unter 112 rufen.

Häufige Fragen zum Rauchpunkt von Öl

Welches Öl raucht am wenigsten? 

Grundsätzlich sollte Öl beim Zubereiten gar nicht rauchen: Jede sichtbare Rauchentwicklung ist ein Warnsignal dafür, dass das Öl zu stark oder zu lange erhitzt wurde.

Suchst du ein Öl, das möglichst viele Anwendungen der warmen Küche abdeckt, ist desodoriertes Kokosöl eine praktische Wahl. Es ist geschmacksneutral, vergleichsweise hitzestabil und überlagert den Eigengeschmack der Speisen kaum. Je nach Produkt eignet es sich vom Erwärmen und Dünsten bis zum Braten und Frittieren. Eine gute Alternative ist ein ausdrücklich für hohe Temperaturen vorgesehenes Bratöl, beispielsweise auf High-Oleic-Basis. Maßgeblich bleiben die Verwendungshinweise des jeweiligen Produkts.

Welches Öl raucht nicht?

Keines – jedes Öl beginnt zu rauchen, wenn es zu stark oder zu lange erhitzt wird. Auch ein Öl mit hohem Rauchpunkt ist nicht unbegrenzt hitzebeständig. Damit das Öl möglichst nicht raucht, sollte es zur jeweiligen Zubereitungsart passen und innerhalb des empfohlenen Temperaturbereichs verwendet werden.
Einen schnellen Überblick über Temperaturen, Hitzebelastung und geeignete Öle findest du in unserer Tabelle zu Erwärmen, Dünsten, Braten und Frittieren.

Haben Bio-Öle einen anderen Rauchpunkt?

Nein. Ob ein Öl aus biologischer oder konventioneller Erzeugung stammt, hat keinen direkten Einfluss auf seinen Rauchpunkt. Entscheidend sind Ölsorte, Zusammensetzung, Verarbeitung, Qualität und Lagerung.

Viele Bio-Öle werden kaltgepresst angeboten und können deshalb einen niedrigeren Rauchpunkt als raffinierte Varianten derselben Ölsorte haben. Der Unterschied liegt dann jedoch in der Verarbeitung – nicht am Bio-Siegel. Auch in Bio-Qualität gibt es raffinierte, desodorierte und speziell zum Braten bestimmte Öle. Maßgeblich sind daher die Produktvariante und ihre Verwendungshinweise.

Ist es ungesund, wenn Öl raucht?

Sichtbarer Rauch zeigt an, dass das Öl bereits stark beansprucht wird und vermehrt unerwünschte Abbauprodukte entstehen können. Hat es deutlich geraucht oder riecht es beißend beziehungsweise verbrannt, sollte es nicht weiterverwendet werden.

Warum raucht mein Öl bereits bei niedriger Temperatur?

Beginnt ein Öl bereits bei vergleichsweise niedriger Temperatur zu rauchen, kann das an seinem niedrigen Rauchpunkt liegen. Dieser unterscheidet sich je nach Ölsorte deutlich: Während sich einige Öle für höhere Temperaturen eignen, erreichen andere – beispielsweise Leinöl – ihren Rauchpunkt wesentlich früher.
Der Rauchpunkt ist jedoch kein für jede Ölsorte feststehender Wert. Er kann unter anderem von der Qualität und dem Verarbeitungsgrad des Öls, dem Gehalt an freien Fettsäuren sowie von Alter und Lagerung beeinflusst werden. Auch Verunreinigungen oder Rückstände in der Pfanne können dazu führen, dass es scheinbar früher raucht.
Wichtig ist außerdem, woher der Rauch tatsächlich kommt: Nicht immer ist das Öl selbst die Ursache. Gewürze, Mehl, Panade oder andere Rückstände können bereits bei niedrigeren Temperaturen verbrennen und Rauch entwickeln.

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