Von nativem Rapsöl, nativem Rapskernöl, nativem Sonnenblumenöl und High-Oleic-Sonnenblumenöl bringt High Oleic die besten Voraussetzungen für das Braten mit. Sein hoher Anteil an einfach ungesättigter Ölsäure unterscheidet es insbesondere von nativem Sonnenblumenöl und sorgt für eine höhere Stabilität bei der warmen Zubereitung.
Das Ergebnis liegt damit schon auf dem Tisch – die ganze Geschichte aber noch nicht. Denn ein Universalsieger für jede Küche ist es nicht. Welches Öl zum Dünsten oder Braten passt, hängt von den jeweiligen Anforderungen ab. Und natürlich endet die Auswahl an Speiseölen und Fetten nicht bei diesen vier Varianten.
Für einen nachvollziehbaren Vergleich konzentrieren wir uns bewusst auf dieses Quartett und schauen etwas genauer hin: Was unterscheidet die Öle voneinander und welches eignet sich für welche Anwendung?
Rapsöl, Rapskernöl und Sonnenblumenöl High Oleic: die Unterschiede
Damit der Vergleich aussagekräftig ist, müssen wir zunächst klären, was hinter den Bezeichnungen steckt.
Sind Rapsöl und Rapskernöl das Gleiche? Nein. Rapskernöl ist eine besondere Variante des Rapsöls, die aus geschälter Rapssaat gewonnen wird. Bei klassischem nativem Rapsöl wird dagegen die ungeschälte Saat gepresst. Der Unterschied zwischen Rapsöl und Rapskernöl zeigt sich deshalb vor allem im Geschmack – Rapskernöl fällt meist milder aus.
Auch natives Sonnenblumenöl und Sonnenblumenöl High Oleic (desodoriert) sind nicht gleichzusetzen. High Oleic wird aus speziellen Sonnenblumensorten mit einem besonders hohen Ölsäureanteil gewonnen und besitzt dadurch ein anderes Fettsäureprofil als herkömmliches Sonnenblumenöl. Die folgende Tabelle zeigt, wie sich diese Unterschiede auf die Verwendung beim Dünsten und Braten auswirken.
Du möchtest Begriffe wie nativ, desodoriert oder High Oleic noch genauer einordnen? In unserem Ratgeber „Die Fettfrage – die Wahl des richtigen Fettes“ findest du einen kompakten Überblick über die verschiedenen Ölarten und Herstellungsverfahren. Dort erklären wir auch, warum nicht eine einzelne Bezeichnung, sondern das Zusammenspiel von Verarbeitung, Fettsäureprofil und geplanter Verwendung entscheidend ist.
Welches Öl eignet sich zum Braten und Dünsten?
Die Unterschiede bei Saat, Fettsäureprofil und Geschmack wirken sich auch auf die Verwendung aus. Die folgende Tabelle zeigt, welches der vier Öle sich innerhalb unseres Vergleichs zum Braten oder Dünsten eignet.
| Öl im Vergleich | Eignet sich zum Dünsten? | Eignet sich zum Braten? | Besonderheit |
| natives Rapsöl | Ja – natives Rapsöl eignet sich gut zum schonenden Dünsten. | Ja – vor allem zum kurzen Braten; die Produktangaben sind zu beachten. | Aus ungeschälter Rapssaat, nativ und kaltgepresst; typisch nussiger Geschmack. |
| natives Rapskernöl | Ja – Rapskernöl lässt sich vielseitig zum Dünsten verwenden. | Ja – es eignet sich zum Braten, insbesondere zum Kurzbraten. | Aus geschälter Rapssaat, nativ und kaltgepresst; meist milder als klassisches Rapsöl. |
| natives Sonnenblumenöl | Ja – für schonendes Dünsten geeignet. | Nein – als regelmäßiges Öl zum Braten ist es aufgrund seines hohen Anteils mehrfach ungesättigter Fettsäuren nicht geeignet. | Nativ und kaltgepresst; mild bis saatig und besonders für die kalte Küche geeignet. |
| Sonnenblumenöl High Oleic | Ja – High-Oleic-Sonnenblumenöl eignet sich gut zum Dünsten. | Ja – innerhalb dieses Vergleichs ist es die beste Wahl zum Braten. | Aus speziellen High-Oleic-Sonnenblumenkernen; hoher Ölsäureanteil und besonders milder Geschmack. |
Die Gegenüberstellung zeigt: Zum schonenden Dünsten kommen alle vier Ölvarianten infrage. Beim Braten werden die Unterschiede deutlicher. Während sich natives Sonnenblumenöl eher für kalte Speisen und kurzes Dünsten anbietet, lassen sich natives Rapsöl und Rapskernöl auch zum kurzen Braten verwenden. Wer innerhalb dieser Auswahl gezielt ein Öl zum Braten sucht, greift zu High-Oleic-Sonnenblumenöl.
Wie heiß Öl beim Dünsten und Braten tatsächlich wird, was der Rauchpunkt über ein Speiseöl aussagt und woran du erkennst, dass Öl zu heiß geworden ist, erfährst du in unserem Ratgeber „Wenn Öl raucht beim Erhitzen“. Hier bleiben wir bei der Auswahl und schauen uns genauer an, warum High-Oleic-Sonnenblumenöl innerhalb unseres Vergleichs beim Braten vorne liegt.
High-Oleic-Sonnenblumenöl zum Braten: Was bedeutet High Oleic?
High Oleic bedeutet „hoher Ölsäureanteil“. High-Oleic-Sonnenblumenöl wird aus Sonnenblumensorten gewonnen, deren Kerne von Natur aus besonders viel Ölsäure enthalten. Dabei handelt es sich um eine einfach ungesättigte Fettsäure, die weniger hitzeempfindlich ist als mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Innerhalb der Sonnenblumenöle eignet sich High Oleic deshalb besser zum Braten als herkömmliches natives Sonnenblumenöl.
Wie groß der Unterschied ist, zeigen die Produktangaben: Das Bio-High-Oleic-Bratöl enthält pro 100 g rund 80 g einfach und 13 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Beim nativen Bio-Sonnenblumenöl sind es dagegen rund 29 g einfach und 61 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Das hier verglichene High-Oleic-Öl wird zusätzlich desodoriert. Dadurch tritt der sortentypische Eigengeschmack weitgehend zurück und das Öl lässt sich vielseitig mit süßen und herzhaften Gerichten kombinieren.
Was ist gesünder – Rapsöl oder Sonnenblumenöl?
Ob Rapsöl oder Sonnenblumenöl „gesünder“ ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein einzelnes Lebensmittel entscheidet nicht über die Qualität der gesamten Ernährung. Auch Menge, Verwendung und die übrige Auswahl an Fettquellen spielen eine Rolle.
Betrachtet man ausschließlich die typische Fettsäurezusammensetzung, ordnet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Rapsöl günstiger ein als Sonnenblumenöl. Sie hebt unter anderem seinen hohen Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren und den Gehalt an Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) hervor. Rapskernöl wird ebenfalls aus Raps gewonnen und besitzt ein vergleichbares, rapstypisches Fettsäureprofil.
High-Oleic-Sonnenblumenöl nimmt innerhalb der Sonnenblumenöle eine Sonderstellung ein: Es enthält deutlich mehr einfach ungesättigte Ölsäure als herkömmliches natives Sonnenblumenöl. Das macht es für das Braten geeigneter, bedeutet aber nicht automatisch, dass es unabhängig von Menge und Verwendung pauschal als „gesünder“ einzustufen ist.
Fazit: Rapsöl oder Sonnenblumenöl zum Braten?
Innerhalb der vier verglichenen Öle ist High-Oleic-Sonnenblumenöl die passendste Wahl zum Braten. Sein hoher Ölsäureanteil und der milde Geschmack machen es zu einem unkomplizierten Bratöl für unterschiedliche Gerichte.
Zum schonenden Dünsten oder kurzen Braten kommen auch natives Rapsöl und das geschmacklich mildere Rapskernöl infrage. Natives herkömmliches Sonnenblumenöl spielt seine Stärken vor allem in der kalten Küche aus, darf zum kurzen und schonenden Dünsten aber ebenfalls mit in die Pfanne. Entscheidend ist somit nicht allein „Rapsöl oder Sonnenblumenöl“, sondern welche Variante zur geplanten Verwendung passt. Beachte dabei stets die Anwendungshinweise des jeweiligen Produkts.